Kein Vergessen – Kein Einzelfall – Demonstration in Gedenken an Süleyman Taşköprü

Pressemitteilung des Aktionsbündnis „Hamburg nach Hanau“, 14.06.2021

Vor 20 Jahren – am 27. Juni 2001 – wurde Süleyman Taşköprü in Hamburg ermordet. Obwohl die rechtsterroristischen Mörder*innen des NSU sich vor 10 Jahren enttarnten, folgten bis heute in Hamburg kaum nennenswerte Taten der Aufklärung der Hamburger Ermittlungen und rechter Netzwerke. Als Hamburger Öffentlichkeit rufen wir daher zu einer Demonstration anlässlich des 20. Todestags Taşköprüs:

Demonstration: Kein Vergessen – Kein Einzelfall. In Gedenken an Süleyman Taşköprü – Für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des NSU-Komplex in Hamburg

19. Juni 2021: 14 Uhr – Bahnhof Altona

„Mit der Demonstration wollen wir unsere Solidarität mit den Angehörigen Taşköprüs zum Ausdruck bringen. Wir wollen den rassistischen Mord an Süleyman Taşköprü nicht vergessen lassen. Er gehört zur rassistischen Kontinuität und Gegenwart Hamburgs. Er gehört zur Geschichte dieser Stadt.“ fasst Kim Uhrig das Anliegen des Aktionsbündnis zusammen.

Der Mord war kein Einzelfall, sondern reiht sich ein in die von Neonazis seit den 1980er Jahren ermordeten Menschen wie unter anderem Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân, Ramazan Avcı, Mehmet Kaymakçı. Ebenso wenig waren die rassistischen Ermittlungen gegen die Familienanhörigen und das Umfeld Taşköprüs ein Einzelfall. Bis heute erleben People of Color, Rom*nja und Sinte*zze Schwarze Menschen, Juden*Jüdinnen, Muslim*innen und Migrant*innen rassistische Gewalt im Alltag und durch Institutionen in Hamburg.

Den Aufruf des Demo-Bündnisse aus migrantischen Selbstorganisationen, antifaschistischen Initiativen und Einzelpersonen unterstützen bereits über 30 Organisationen und Einzelpersonen (siehe hier).

„Bis heute sind die Ermittlungen zum Hamburger NSU-Mord nicht aufgeklärt worden, obwohl es zahlreiche Hinweise von Betroffenen auf ein rassistisches Tatmotiv gab. Wir wissen aus den bisherigen Untersuchungsausschüssen auf Bundes- und Länderebene, dass die Hamburger Ermittler*innen in der bundesweiten Ermittlungsgruppe 2006 verhindern wollten, dass in Richtung rechts ermittelt wird.“, fasst Caro Keller von NSU-Watch zusammen.

Wir wollen wissen: Welche Neonazis unterstützten den NSU in Hamburg? Warum wurde nicht gegen Hamburger Neonazis ermittelt? Seit Jahrzehnten spielen Hamburger Neonazis in bundesweiten Netzwerken eine wichtige Rolle, indem sie Rechtsbeistand, ideologisches Wissen und Infrastrukturen leisten.

„Welche Maßnahmen werden ergriffen, um sicherzustellen, dass sich der NSU niemals wiederholen kann und rechter Terror gestoppt wird?“, fragt Keller weiter. Diese Frage stellt sich aktuell, nachdem bekannt wurde, dass drei in Hamburg aktive Neonazis zu der rechtsterroristischen „Gruppe S“ gezählt werden können, jedoch nicht auf der Anklagebank sitzen (siehe Pressemitteilung des HBgR).

„Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft ist der erste Schritt zu einer Aufklärung des NSU-Komplexes und rechter Netzwerke in Hamburg. Sein Fehlen ist die politische Verachtung der Opferinteressen und es ist ein Skandal für die Hansestadt.“ meint Demoanmelderin Christiane Schneider vom Hamburger Bündnis gegen Rechts, das Teil des Aktionsbündnis ist. „Doch ein Untersuchungsausschuss wird nur ein erster Schritt sein.“, ergänzt Uhrig. „Wir müssen als Gesellschaft Rassismus als eines von vielen Machtverhältnissen endlich tiefgreifend angehen. Dies beginnt in staatlichen Einrichtungen, insbesondere wenn diese bewaffnet sind. Doch es meint jede Person dieser Gesellschaft.“

Aktuell besteht jedoch Unklarheit, ob diese Demonstration wie geplant mit bis zu 1000 Teilnehmer*innen stattfinden kann. „Während der Senat zahlreiche Lockerungen vornimmt, will er nach bisherigem Stand die Begrenzung von Demonstrationen auf 500 bis in die Sommerferien verlängern. Gleichzeitig sollen aber bis zu 2000 Personen zu einem Handballspiel in der Halle zugelassen werden. Diese Einschränkung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit ist unverhältnismäßig. Eine öffentliche Solidaritätsbekundung 20 Jahre nach dem Mord, eine Demonstration für seine vollständige Aufklärung muss ohne willkürliche Beschränkungen möglich sein.“, so Schneider abschließend.

Süleyman Taşköprü – Kein Vergessen – Kein Einzelfall
Demonstration – Bahnhof Altona -19. Juni 2021 – 14 Uhr
Aktionsbündnis Hamburg nach Hanau

Kein Vergessen – Kein Einzelfall

In Gedenken an Süleyman Taşköprü – Für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des NSU-Komplex in Hamburg

Vor 20 Jahren wurde Süleyman Taşköprü ermordet. Obwohl die rechtsterroristischen Mörder*innen sich vor 10 Jahren enttarnten, folgten bis heute in Hamburg kaum nennenswerte Taten der Aufklärung und Verhinderung rassistischer Gewalt. Als Hamburger Öffentlichkeit rufen wir daher zu einer Demonstration anläßlich des 20. Todestags Süleyman Taşköprü auf. Kein Vergessen – Kein Einzelfall – Von Hamburg nach Hanau zieht sich eine rassistische Geschichte.

Am 27. Juni 2001 wurde Süleyman Taşköprü in seinem Geschäft in der Bahrenfelder Schützenstraße von Mitgliedern des rechtsterroristischen Netzwerk “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) ermordet. Zwei der Täter wurden beim Verlassen des Ladens von Süleyman Taşköprüs Vater gesehen. Die Polizei ignorierte jedoch die Aussagen des Vaters, dass es sich um blonde Männer handelte und suchte fast ausschließlich nach dunkelhaarigen Tätern eines sogenannten “südländischen Typs”. Zudem richteten die Hamburger Beamt*innen die Ermittlung ausschließlich gegen Süleyman Taşköprü, seine Familie und Umfeld, indem sie unterstützt von der Springerpresse und anderen haltlose Lügen und Falschdarstellungen verbreiteten. Wir wissen aus den bisherigen Untersuchungsausschüssen auf Bundes- und Länderebene, dass die Hamburger Ermittler*innen unter ihrem Ermittlungsleiter Felix S. in der bundesweiten Ermittlungsgruppe 2006 verhindern wollten, dass in Richtung rechts ermittelt wird. Dies widerspricht auch der Behauptung, in Hamburg gäbe es durch einen Untersuchungsausschuss nichts herauszufinden oder aufzuarbeiten.

Hamburg ist Tatortstadt – Hamburg ist Täter*innenstadt. Jedes Opfer rassistischen Terrors verdient lückenlose Aufklärung. Wir wollen wissen: Wer hat Süleyman umgebracht? Wer bereitete die Auswahl und die Durchführung des Mordes vor? Wie zerschlagen wir Hamburger Neonazinetzwerke? Wer verhinderte die Aufklärung? Wer sorgt dafür, dass von solchen Beamt*innen keine weitere Gefahr für Hamburgs Einwohner*innen ausgeht und der strukturelle Rassismus in Hamburger Behörden ernsthaft angegangen wird? Welche Maßnahmen werden ergriffen, um sicherzustellen, dass sich der NSU niemals wiederholen kann und rechter Terror gestoppt wird?

Diese Fragen sind bis heute unbeantwortet. Wir werden diese Fragen in unserer Demonstration daher umso lauter stellen. Lasst uns von Altona zum Rathaus ziehen und zeigen – in Hamburg wird es keinen Schlussstrich geben.

Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft ist der erste Schritt zu einer Aufklärung des NSU-Komplexes in Hamburg. Sein Fehlen ist die politische Verachtung der Opferinteressen und es ist ein Skandal für die Hansestadt. Doch ein Untersuchungsausschuss wird nur ein erster Schritt sein. Wir müssen als Gesellschaft Rassismus als eines von vielen Machtverhältnissen endlich tiefgreifend angehen. Dies beginnt in staatlichen Einrichtungen, insbesondere wenn diese bewaffnet sind. Doch es meint jede Person dieser Gesellschaft.

Es ist unser aller Skandal die Rufe, Demonstrationen und Forderungen der Angehörigen nicht gesehen und gehört zu haben. Die Familien der Ermordeten haben den Rassismus immer wieder betont, wir haben es nicht gesehen und nicht gehört. Erst als drei Mitglieder des NSU sich vor 10 Jahren enttarnten schenkte ein Teil der Gesellschaft den Opfern und Angehörigen überhaupt Aufmerksamkeit. Ein gesellschaftlicher Aufschrei blieb aus, ebenso wie die notwendigen Konsequenzen. Es gibt viele Erfahrungen und Geschichten, viele Verletzungen, viele Wünsche und Bedürfnisse, viele Perspektiven der Betroffenen. Sie gilt es zu hören, aus der Vereinzelung zusammenzubringen, zu vernetzen und so Erinnerungspolitiken herauszufordern, als Kollektiv in der Vielfalt.

Wir müssen uns daher alle fragen – was können wir tun, um den NSU-Komplex aufzulösen, und um rechten Terror sowie strukturellen Rassismus zu stoppen? Ob der gewaltsame Tod von Yaya Jabbi, von William Tonou Mbobda, der Anschlag auf der Veddel, die AfD in den Parlamenten, die Drohungen von Franco A., des „NSU 2.0“, der Mord an Walter Lübcke, die Mordanschläge von Halle und Hanau – die Rechtsterrorist*innen haben ihren Taten nie ein Ende gesetzt. Sorgen wir dafür! Für eine solidarische, antirassistische Demonstration.

Süleyman Taşköprü – Kein Vergessen – Kein Einzelfall

Demonstration – Bahnhof Altona -19. Juni 2021 – 14 Uhr

Aktionsbündnis Hamburg nach Hanau

hamburgnachhanau.noblogs.org

Weitere Informationen:
Ausdruck der Demo
Sharepics für Mobilisierung
Offenes Gedenken an Süleyman Taşköprü am 25. Juni 2021

Initiativen, die den Aufruf unterstützen, schicken eine Mail an: kontakt [ät] hbgr.org

Unterstützer*innen (Stand: 12.06.21):
Antifa United Hamburg
ASTA Uni Hamburg
Aufstehen gegen Rassismus Hamburg
Barmbeker Ini gegen Rechts
Billstedt und Mümmelmannsberg sind bunt
Demokratisches gesellschaftszentrum der Kurd/innen in Norddeutschland e.v. FED-DEM.
DIDF Hamburg
DIDF-Jugend Hamburg
DIE LINKE Hamburg
Bildungsinitiative Lernen aus dem NSU-Komplex (BiLaN)
DKP Hamburg
Fanladen FC St Pauli
FC St. Pauli Marathon Abteilung
Flüchtlingsrat Hamburg e.V.
Fraktion Die LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft
Freundeskreis im Gedenken an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992
Gruppe für den organisierten Widerspruch (Grow)
Grüne Jugend Hamburg
Hamburger Bündnis gegen Rechts
Initiative Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark
Initiative in Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân
Initiative in Gedenken an Semra Ertan
Interventionistische Linke Hamburg
Kollektiv der Buchhandlung im Schanzenviertel
Netzwerk gegen Rechts Wilhelmsburg
Omas gegen Rechts Hamburg
Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP)
SCHURA – Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V.
Streikbündnis 8.Mai
St. Pauli-Archiv
Ver.di AntiRa AK
Ver.di Hamburg
VVN-BdA Hamburg

19. Februar in Hamburg

Übersicht (Stand 15.02.):

St. Pauli/Schanze: jeweils ab 17 Uhr
Hamburg | Arrivati Park
Hamburg | Feldstraße/Glashüttenstraße
Hamburg | Rindermarkthalle/Feldstraße

Billstedt und Mümmelmannsberg | 11:00 Uhr | Öjendorfer Weg beim Gedenkstein in unmittelbarer Nähe zum Ortsamt Billstedt (Service Center)

Veddel | 16-19 Uhr | Klütjenfelder Hauptdeich, (stilles) Gedenken

Veddel | 17 Uhr | Kundgebung S-Bahn Veddel | mit Redebeiträgen und Aufnahmen aus Hanau


Dezentrale Versammlungen!

Aufgrund der aktuellen Versammlungseinschränkungen sind Demonstrationen in Hamburg untersagt. Aus dem Vorbereitungskreis “Solidarität von Hamburg nach Hanau” wurden daher drei dezentrale Kundgebungen angemeldet (1. Arrivati Park-Feldstraße,
2. Rindermarkthalle-Feldstraße, 3. Glashüttenstraße). Weitere Initiativen haben sich bereits angeschlossen und eigene dezentrale Versammlungen angemeldet.

Zu beachten für unsere Versammlungen am 19. Februar:
Die bekannten Infektionsschutzmaßnahmen:
– Maske tragen
– 1,5m Abstand zu Personen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören
– Bei möglichen Krankheissymptomen, die auf eine Corona-Infektion schließen lassen, bleibt bitte zuhause!

Als Vorbereitungskreis möchten wir keine Fahnen und keine offizielle Parteiabzeichen auf unseren Versammlungen. Wir wünschen uns, dass die Überlebenden und Betroffenen des rassistischen Anschlags in Hanau im Mittelpunkt unserer Versammlungen stehen. Das Gedenken an Hanau und alltägliche rechte Gewalt löst bei vielen Menschen Emotionen wie Trauer, Wut und Verzweiflung aus. Wir wollen, dass sich alle Menschen auf unserer Versammlung wohl und sicher fühlen. Daher sind alle Teilnehmende aber insbesondere auch alle Beteiligten aufgerufen sich dementsprechend zu verhalten. Konkret kann dies bedeuten bewusst auf die Umstehenden zu achten und sich füreinander verantwortlich zu fühlen.

Weitere InformationenAls Vorbereitungskreis möchten wir keine Fahnen und keine offizielle Parteiabzeichen auf unseren Versammlungen. Wir wünschen uns, dass die Überlebenden und Betroffenen des rassistischen Anschlags in Hanau im Mittelpunkt unserer Versammlungen stehen. zum 19. Februar in Hamburg hier

Teilt gern unser Sharepic in euren Netzwerken.

Plakate, Sharepics und Banner zum Jahrestag gibt es außerdem bei der Initiative 19. Februar.

Infos zum 14. und 19. Februar

14. Februar 2021: 14 Uhr, Park Fiction
Kundgebung: Livestream der Berichte und Forderungen der Angehörigen und Überlebenden

Die Angehörigen, Überlebenden und die Initiative 19. Februar legen im Livestream die Ergebnisse ihrer Recherche offen, zeichnen die Kette des Versagens nach und klagen an!
Kundgebung für 100 Personen genehmigt. Stream ist öffentlich von der Initiative 19. Februar

19. Februar 2021: 17 Uhr,
Drei dezentrale Versammlungen!

Aufgrund der aktuellen Versammlungseinschränkungen sind Demonstrationen in Hamburg untersagt. Aus dem Vorbereitungskreis “Solidarität von Hamburg nach Hanau” wurden daher drei dezentrale Kundgebungen angemeldet. Weitere Initiativen haben sich bereits angeschlossen und eigene dezentrale Versammlungen angemeldet.

angemeldet wurden von uns:
1. Arrivati Park-Feldstraße
2. Rindermarkthalle-Feldstraße
3. Feldstraße/Glashüttenstraße

Weitere Informationen in den kommenden Tagen hier

Zu beachten für unsere Versammlungen am 14. und 19. Februar:
Die bekannten Infektionsschutzmaßnahmen:
– Maske tragen
– 2m Abstand zu Personen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören
– Bei möglichen Krankheissymptomen, die auf eine Corona-Infektion schließen lassen, bleibt bitte zuhause!

Als Vorbereitungskreis möchten wir keine Fahnen und keine offizielle Parteiabzeichen auf unseren Versammlungen. Wir wünschen uns, dass die Überlebenden und Betroffenen des rassistischen Anschlags in Hanau im Mittelpunkt unserer Versammlungen stehen.

Weitere Kundgebungen am 19. Februar (Stand 11.02.):
Veddel:
Am 19. Februar jähren sich die rassistischen Morde in Hanau.
Unsere Solidarität von Hamburg nach Hanau!

Wir trauern und erinnern uns. An Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said
Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov,
Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin.

Und an viele mehr, die Opfer rassistischer und rechter Hetze wurden,
die sich oftmals alleine wehren mussten und die teilweise noch nach
Jahren Aufklärung fordern müssen.

Zusammen fordern wir: Erinnerung – Gerechtigkeit – Aufklärung –
Konsequenzen!

Wir laden Veddeler*innen, Wilhelmsburger*innen und alle Hamburger*innen
ein, gemeinsam zu trauern und gegen den alltäglichen Rassismus
aufzustehen.

17 Uhr Kundgebung im Ballin Park u.a. mit Audioaufnahmen aus Hanau und
Redebeiträgen
16-19 Uhr Gedenken am Klütjenfelder Hauptdeich (an der Harburger
Chaussee)

Bringt alle Blumen und Kerzen mit.

Kommt bitte bei Erkältungsanzeichen nicht zur Kundgebung, tragt Masken
und haltet Abstand.

Pressemitteilung

Pressemitteilung des Bündnis „Solidarität von Hamburg nach Hanau“

Unsere Solidarität von Hamburg nach Hanau
Der rassistische Anschlag in Hanau vom 19. Februar 2020 ist nun fast ein Jahr her. Zum 1. Jahrestag dieses rechten Terrors ruft auch in Hamburg ein breites Bündnis unter dem Motto „Wir klagen an und fordern Taten statt Worte: Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung, Konsequenzen!“ zu vielfältigen Aktionen auf. Den Aufruf des Bündnis bestehend aus migrantischen Selbstorganisationen, antifaschistischen Initiativen und Einzelpersonen unterstützen bereits über 30 Organisationen und Einzelpersonen. Zu den Details siehe https://hamburgnachhanau.noblogs.org/.
Unter anderem sollen mit einem öffentlichen Livestream am 14. Februar 2021 und mit mehreren Kundgebungen am 19. Februar 2021 an die Ermordeten von Hanau gedacht und den Angehörigen der Opfer eine Stimme gegeben werden.

14. Februar 2021, 14 Uhr, Park Fiction: Livestream der Berichte und Forderungen der Angehörigen im Rahmen einer öffentlichen Gedenk-Veranstaltung

19. Februar 2021, ab 17 Uhr Kundgebungen an 3 Orten,
(voraussichtlich)
Arrivati Park-Feldstraße
Rindermarkthalle-Feldstraße
Feldstraße-Glashüttenstraße

Auf allen Versammlungen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden und die Abstandsregeln von 2m eingehalten werden. Wir möchten Sie bitten, diese Veranstaltungen in Ihre Veranstaltungskalender aufzunehmen. Vielmehr noch möchten wir Sie einladen, daran teilzunehmen bzw. darüber zu berichten.

Yavuz Fersoglu vom Bündnis „Solidarität von Hamburg nach Hanau“ sagt zum Jahrestag des Anschlages in Hanau: „Der NSU, der Anschlag von Halle, der Mord an Walter Lübcke und der Terroranschlag in Hanau sind das Ergebnis einer staatlichen Politik, welche sich auf dem rechten Auge blind stellt. Die politische Rhetorik der AfD und ihre Verharmlosung in Medien und Politiklandschaft bereiten den Nährboden für den rechten Terror“.

„Auch in Hamburg werden regelmäßig Menschen auf offener Straße aus rassistischen oder antisemitischen Motiven angegriffen, wie zuletzt im Oktober bzw. November 2020.“, führt Kim Uhrig für den Vorbereitungskreis fort. „Politische Dimensionen werden jedoch von Hamburger Behörden wie im laufenden Prozess zum antisemitischen Anschlag vor der Synagoge Hohe Weide relativiert. Rassismus, Antisemitismus und alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit müssen endlich als gesellschaftliche Ermöglichungsbedingungen für rechten Terror verstanden werden, um diesen zu beenden.“

Zum Jahrestag erklären wir, dass wir uns in Hamburg und überall gegen jegliche Form des rechten Terrors und des Rassismus stellen, und nicht schweigen werden. Wir trauern um und erinnern uns an die Opfer von Hanau, an Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin.

Anfragen per Mail: kontakt@hbgr.org

Am 19. Februar ist der rassistische Anschlag in Hanau ein Jahr her. Unsere Solidarität von Hamburg nach Hanau!

von Initiative 19. Februar Hanau

Wir klagen an und fordern Taten statt Worte:
Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung, Konsequenzen!

Wir trauern und erinnern uns. An Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin.
Am 19. Februar ist der rassistische Anschlag in Hanau ein Jahr her.

Am Jahrestag wird es in Hanau auch eine offizielle Gedenkveranstaltung mit dem Bundespräsidenten und dem hessischen Ministerpräsidenten geben. Wir werden viele anteilnehmende Worte hören, Betroffenheit und Verurteilungen der Tat. Was wir nicht hören werden, sind Antworten auf unsere vielen Fragen. Was wir nicht hören werden, sind Konsequenzen, damit sich das, was passiert ist, nicht wiederholt. Wir brauchen Taten statt Worte.
Ein Jahr danach sagen wir selbst, was nicht gesagt werden wird:
Wir sprechen über das Versagen der Behörden vor, während und nach der Tat, über die Schwerfälligkeit der Ämter bei der Unterstützung und Hilfe, und selbst beim Erkennen gravierendster Probleme – die Kälte der Bürokratie. Wir sprechen über das unverzeihliche Fehlverhalten der Sicherheitskräfte in der Tatnacht, über die Unwilligkeit und Schludrigkeit von Staatsanwaltschaft und Polizei bei den Ermittlungen, bei der Verfolgung von Spuren, bei dem Ernstnehmen neuer Bedrohungslagen, bei unserem Schutz. Wir sprechen über die wiederkehrenden Respektlosigkeiten und herabwürdigenden Gesten von Beamt:innen, Vertreter:innen von Behörden und Polizei gegenüber Angehörigen und Überlebenden und selbst gegenüber den Toten. Wir sprechen über den Normalzustand von institutionellem Rassismus.
Ein Jahr danach bedeutet für uns, wir klagen an.
Am 14.2. werden wir sprechen und in einer gestreamten Veranstaltung die Kette des Versagens nachzeichnen, die Bedingungen des Terrors benennen und den andauernden rassistischen Normalzustand anklagen.
Wir werden die Veranstaltung aufnehmen und übertragen. Wir laden alle ein, uns am 14.2., wenige Tage vor dem Jahrestag, zuzuhören wenn wir unsere Anklage vortragen. Wir werden Sequenzen unserer Anklage als Audio-Aufnahmen zur Verfügung stellen für alle Orte und Städte an denen ihr am 19. Februar sein werdet.
Wir wünschen uns nicht nur Beistand in der Trauer. Wir wollen mit euch gemeinsamen Druck entwickeln, um unsere Forderung durchzusetzen. Eine bittere Erkenntnis des letzten Jahres ist, dass all das was in Bewegung geriet, nur durch uns alle gemeinsam in Bewegung gesetzt worden ist.
Deswegen fordern wir Euch für den 19. Februar dazu auf, mit uns gemeinsam Zeichen zu setzen. Wegen der Pandemie können wir leider nicht mit allen zusammen kommen, so wie wir es brauchen und uns wünschen. Organisiert deshalb auf den Straßen und Plätzen eurer Städte und Dörfer Kundgebungen, Demonstrationen, Gedenkaktionen! Für politische Konsequenzen!
Die Namen der Opfer unvergessen machen. Ihre Namen sollen erinnern und mahnen, den rassistischen Normalzustand im Alltag, in den Behörden, den Sicherheitsapparaten und überall zu beenden. Der rassistische Anschlag war auch ein Ergebnis der rechten Hetze von Politiker:innen, Parteien und Medien. Behörden und Sicherheitsapparate haben ihn durch ihre strukturelle Inkompetenz und Ignoranz weder verhindert noch aufgeklärt.
Es sind diese fließenden Formen rechten Terrors, die in den Handlungen Einzelner ihre mörderische Zuspitzung und Folge finden und damit niemals Einzeltaten sind.
Schluss damit! Damit wir keine Angst mehr haben müssen, muss es politische Konsequenzen geben. Rassismus, egal in welcher Form, darf nicht mehr geduldet, verharmlost oder ignoriert werden.
Wir sind die Angehörigen, die Überlebenden, die Betroffenen. Wir haben dafür gesorgt, dass die Namen der Opfer bekannt sind – und nicht der des Täters. Wir waren unbequem und haben selbst recherchiert. Wir wurden vom Bundespräsidenten empfangen und von vielen anderen in Behörden und Gremien beschwichtigt. Wir wurden hingehalten. Wir haben nicht geschwiegen. Wir sind gereist, haben Treffen abgehalten, große und kleine, öffentliche und hinter verschlossenen Türen. Wir haben Öffentlichkeit geschaffen. Wir haben gelitten und uns gegenseitig getröstet, beruhigt und gestärkt. Wir sind sichtbar und unsere Stimmen sind überall zu hören. Wir sind vernetzt mit allen, die wissen und begreifen, dass Rassismus das Problem ist. Wir sind Berlin-Neukölln, Halle, Köln, Nürnberg, Mölln, Kassel, Wächtersbach. Wir sind Kesselstadt, das JUZ, die Initiative 19. Februar Hanau und viele mehr.
Wir stehen zusammen und kämpfen gemeinsam.
Gegen die Angst. Für das Leben. Erinnern heißt verändern!

Unsere Solidarität von Hamburg nach Hanau
Am 19. Februar 2020 wurden in Hanau neun junge Menschen aus rassistischen Gründen erschossen. Der Täter aus der Nachbarschaft hat sich vor den Augen der Sicherheitsbehörden auf seine Tat vorbereitet wie es bereits der Täter von Halle, der dort ein Blutbad in der Synagoge anrichten wollte, und der Mörder von Walter Lübcke in Kassel tun konnten. Kurz nach dem Massaker in Hanau wurde in Celle der 15-jährige Arkan Hussein Khalaf durch einen Messerangriff von einem Nazi ermordet.
Die Prozesse und Urteile gegen die Mörder von Halle und Kassel haben noch einmal deutlich gemacht: Die Tragweite rechten Terrors wird nach wie vor verharmlost durch die immer wiederholte These von „Einzeltätern“, die die Rolle ihrer gemeinsamen Ideologie vom „großen Austausch“ und angeblicher weißer Überlegenheit ebenso ausblendet wie die rechte Vernetzung auch in der digitalen Welt.

Ein Jahr nach Hanau: kein Vergeben, kein Vergessen – gemeinsam gegen Rassismus!

Das Massaker von Hanau steht in einer langen Reihe rassistischer Morde in Deutschland und deren lückenhafter Aufklärung. Welche Rolle spielen dabei rechte Netzwerke in der Polizei und anderen Behörden? Unerträglich sind anhaltende rassistische Hetze und Ausgrenzungsstrategien der AfD, aber auch nicht endende Debatten über Themen wie „mangelnde Integration“ und „Leitkultur“. Durch beides fühlen sich potentielle Attentäter in ihren Auffassungen bestätigt und zur Tat ermutigt.
Die Angehörigen der Opfer von Hanau kommen, so wie viele vor ihnen, nicht zur Ruhe. Auch ein Jahr nach dem Anschlag gibt es viele Fragen, keine Antworten, keine Konsequenzen. Sie fordern Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenzen! Dazu gehört die Forderung nach dem Rücktritt des hessischen Innenministers Beuth. Warme Worte von oben haben die Angehörigen satt:
„Wir brauchen Taten statt Worte. Wir können nicht auf den nächsten Anschlag warten!“ hieß der eindringliche Appell aus Hanau an die Öffentlichkeit, an alle Antifaschist*innen. Daran wollen wir zum Jahrestag des Massakers erinnern und unsere Solidarität demonstrieren.

Die Forderungen der Angehörigen aus Hanau sind auch unsere!
Um dem rechten Terror ein Ende zu setzen, um Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus wirksam entgegenzutreten, dürfen wir es nicht bei Fassungslosigkeit und Trauer belassen. Wir unterstützen die Selbstorganisierung der Betroffenen und stehen an ihrer Seite. Der Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus ist untrennbar verbunden mit der Solidarität im gemeinsamen Kampf für soziale Gerechtigkeit und Teilhabe, gegen strukturelle Diskriminierung bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, gegen rassistische Beleidigungen, Polzeigewalt, Racial Profiling und rechte Diskurse aller Art.
Die Toten von Hanau und Halle, der versuchte Mord an Ahmet I., der Mord an Walter Lübcke, die Opfer des NSU, die Morddrohungen gegen Politiker*innen, die Drohungen des NSU 2.0 gegen bekannte Aktivistinnen, die Ignoranz gegen das Sterben von tausenden Geflüchteten im Mittelmeer – das alles zeigt uns, wie notwendig der gemeinsame Kampf gegen Faschismus und Rassismus ist.

Deshalb laden wir Euch ein
• am 14.02. den Berichte und Forderungen der Angehörigen in Hanau über Livestream online oder nachmittags beim Park Fiction im Rahmen einer öffentlichen Gedenk-Veranstaltung zuzuhören
und Euch
• am 19.2. Februar an Gedenk-Kundgebung/en zu beteiligen.
Genauere Zeiten und Orte (je nach Infektionsschutz-Vorgaben) zu für die Veranstaltungen am 14. Und 19.2. zu finden unter: www.hamburgnachhanau.noblogs.org

Initiativen, die den Aufruf unterstützen bitte email an: kontakt@hbgr.org

Unterstützer*innen (Stand: 17.02.21):
Aufstehen gegen Rassismus Hamburg
Assoziation A
Barmbeker Ini gegen Rechts
BCCJSD – Black Community Coalition For Justice & Self-Defence
BLACK COMMUNITY Hamburg
Demokratisches gesellschaftszentrum der kurd/innen in Norddeutschland e.v. FED-DEM.
DIE LINKE Hamburg
Fanladen St. Pauli
FC St. Pauli Marathon Abteilung
Flüchtlingsrat Hamburg e.V.
Freundeskreis im Gedenken an die rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992
GRÜNE JUGEND Hamburg
Hamburger Bündnis gegen Rechts
Initiative „Billstedt und Mümmelmannsberg sind bunt”
Initiative Bildung – Macht – Rassismus.
Initiative Segeberg bleibt bunt
Initiative zu Gedenken an Ramazan Avci
Internationaler Jugendverein
Interventionistische Linke
Internationale Sozialistische Organisation (ISO) Hamburg
Justice For Mbobda
Kampnagel – Internationales Zentrum für Schönere Künste
Lesben gegen Rechts – Regionalgruppe Hamburg
Migrantifa Hamburg
mujeres sin fronteras, Hamburg
Omas gegen Rechts Hamburg
Piratenpartei Hamburg
Poliklinik Veddel
Romani Kafava Wilhelmsburg
SCHURA – Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V.
Seebrücke Hamburg
sous la plage / antigravitationistische linke
st. pauli-archiv
Streikbündnis achter Mai
Speak Out against Afrophobia
Verband Kinder- und Jugendarbeit (VKJH e.V.)
Ver.di AntiRa AK
Verein Jugend und Sport e.V.
VVN-BdA Hamburg
Zaklin Nastic, menschenrechtspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag

ACHTUNG: DEMO UND ANREISE SIND ABGESAGT!

Für etwaige Ticket-Rückerstattung meldet euch gern per Mail an uns. Alle Einnahmen und Spenden gehen abzüglich der Kosten an die Initiative 19. Februar.

++ACHTUNG: DIE DEMONSTRATION WURDE BEHÖRDLICH UNTERSAGT! DIE BUSSE SIND ABGESAGT+++

21. August, 21:13 Uhr: Wie soeben bekannt gegeben wurde, hat der Hanauer Oberbürgermeister die morgige Demonstration untersagt wegen Infektionsschutz. Die “Initiative 19. Februar”, die die Demonstration mitorganisiert, schreibt in ihrer Pressemitteilung:

“Die Absage am Freitag Abend lässt uns keine rechtlichen Möglichkeiten, die Entscheidung prüfen zu lassen.
Dennoch sind wir keine Corona-Rebellen und folgen der Entscheidung. Wir werden morgen nicht gegen eine Corona-Verfügung mobilisieren. Die Mobilisierung nach Hanau ist abgesagt.”

Die Busse aus Hamburg sind ebenfalls abgesagt. Kommt nicht morgen früh zum Abfahrtsort und sagt Leuten Bescheid, die ebenfalls Tickets haben, damit jede*r die Absage mitbekommt. Wegen eurem Geld und so weiter werdet ihr von uns hören.

Auch wenn die große Gedenkdemo morgen in Hanau nicht stattfindet: Haltet die Augen und Ohren offen, vernetzt euch. Morgen findet in der Hamburger Neustadt (Holstenwall) um 13 Uhr eine Kundgebung gegen rassistische Polizeigewalt statt: Geht dort hin und haltet euch auf dem Laufenden, womöglich gibt es spontane Kundgebungen oder Demos zu Hanau in Hamburg. Außerdem findet in Hamburg morgen am Samstag das Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân statt.

Die Pressemitteilung der Initiative 19. Februar: https://19feb-hanau.org/2020/08/21/pm-zur-absage/


Die Tickets für die Busse sind ausverkauft und wir freuen uns mit vielen am Samstag nach Hanau zu fahren. In Hamburg findet am Samstag das Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân statt!

BIPoC only Bus nach Hanau

Dieser Bus ist ausschließlich für BIPoC, also für Menschen, die aktuell in Deutschland Rassismus- und/oder Antisemitismuserfahrungen machen. Dieser Bus ist also für Menschen, deren Selbstbezeichnungen folgende sein können: Person of Colour, Schwarz, Ausländer*in, Muslim*in, Jude_Jüdin, Rom*nja, Sinte*zza, Migrant*in, Refugee, asiatische Deutsche*r, Indigen, nicht-weiß etc.
Eine gemeinsame Reise von uns ist in Anbetracht des Anlasses und der konstanten Bedrohung durch Naziübergriffe ein Zeichen. Wir freuen uns, wenn Du mitkommst!

#HamburgnachHanau

Ein halbes Jahr nach dem rechtsterroristischen Anschlag findet am 22. August 2020 eine Demonstration und Gedenken statt zu der die Angehörigen, Überlebenden und Betroffenen in Hanau, das Institut für Toleranz und Zivilcourage – 19. Februar Hanau e.V. und die Initiative 19. Februar Hanau aufrufen:

Wir kämpfen seit jenem Tag. Und wir werden nicht aufhören. Denn in den letzten 5 Monaten wurde viel versprochen und wenig geliefert. Wir lassen uns nicht stumm stellen und wir geben uns mit Beileidsbekundungen und warmen Worten nicht zufrieden. Der Rassismus ist nicht verschwunden, nur weil Politiker dieses Mal das Problem nicht mit Schweigen, sondern mit Reden unter den Teppich gekehrt haben.
Wir fordern eine lückenlose Aufklärung der Tat des 19. Februar 2020.
Wir fordern politische Konsequenzen.
Wir fordern Gerechtigkeit und Unterstützung.
Wir fordern ein angemessenes Erinnern.

Aus Hamburg organisieren wir eine gemeinsame Busanreise geben. Alle, die nicht mit nach Hanau kommen können, rufen wir auf am gleichen Tag am Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân in Hamburg teilzunehmen.
Für den 19. August 2020 planen weitere Gruppen eine Demonstration in Hamburg.